Titelfoto Plakat aus den Proben zu:

"Viel Lärm um nix"

(C)2013 anaximander

Workshop / anaximander

"Shakespeare für Angeber"

Titelfoto Plakat aus den Proben zu:

"(K)ein lustiger Verein"

(C)2012 anaximander

Workshop / anaximander

"Clown" & Auftritt beim:

"Müßiggang am Tag der Arbeit"

Clown-Entrees aus der

Sammlung Tristan Remy

Workshop / anaximander

"Rotnasen"

(C) 2010 - 13 Fotos: anaximander

2010 - 2013

anaximander über das Projekt >>geshakespierct<<


Entgegen dem zeitgeistigen Trend in der kulturellen Bildung auf psychologisches oder therapeutisches Arbeiten zu setzen, hatten Martin Krahn und ich uns auf die Suche gemacht, nach Jugendlichen, die sich für das tradierte, klassische Theater interessieren.
Diejenigen, die ersteinmal Grundlagen & Handwerk erlernen wollen, bevor sie sich auf die „abstrakten“ Wege begeben.
Diejenigen, die sich für Shakespeare interessieren.

Ohne die Berechtigung und Notwendigkeit anderer Jugendtheaterprojekte, die "Theater machen" als therapeutisches Instrument einsetzen, in Abrede zu stellen - im Gegenteil: wir leben in dieser Welt und sehen die Notwendigkeit - sollte aus unserer Sicht Theater für junge Menschen nicht auf soziales Lernen begrenzt sein - sondern wir sollten ihren Ehrgeiz & ihre Sehnsucht, die schlummernden Talente & Fragen wecken! Zumal die positiven, "therapeutischen" Effekte zwangsläufig, ja automatisch eintreten, wenn junge Menschen in den Prozeß des Schauspieltrainings und der Bildung eines Ensembles eintauchen.

Das Trainieren der Atmung und das bewußte Beherrschen des „Sprechwerkzeugs“ steigert das Selbst-Bewußtsein.
Seine Mimik, Gestik und Haltung beobachten und bewußt einzusetzen lernen, fördert nicht nur das Selbstvertrauen, es verändert die Außenwirkung eines Menschen. Es ist hilfreich im weiteren Leben, selbst wenn sich dies nicht im Theater, sondern an der Börse oder im Managment wiederfindet.

Warum also sollten wir uns auf pädagogische Theaterarbeit beschränken, wenn wir doch mit Shakespeare mehr erreichen können: Bildung, Einblick in die Historie, fühlen und verstehen woher der Mensch kommt, welche Wege er gegangen ist - als Menschheit und in der Kunst - um da anzukommen, wo und wie wir heute sind - was uns heute beschäftigt.
Für mich persönlich kommen noch ganz andere „Werte“ hinzu. Bei aller Freiheit des Geistes und der persönlichen Freiheit, der auch ich anhänge, habe ich nichts gegen gutes Benehmen und die nötige Empathie für einen respektvollen Umgang untereinander, Mitgefühl und einen reichen Sprachschatz.


Besonders wichtig war für dieses Projekt, im Gegensatz zu unserem Engagement direkt in der Schule, daß diese Gruppe außerhalb der Schule agiert.

In einem richtigen Theater.

Ein hohes Maß an Kreativität, Einsatzbereitschaft, Treue und Verantwortungsgefühl ist für ein solch langfristiges und anspruchsvolles Projekt absolut notwendig. Notengebung und das Einfügen in einen Schulalltag hätten die notwendige Intensität der Begegnungen behindert.

So suchten wir Kooperationspartner nicht nur auf schulischer Seite, sondern auch im Theaterbereich.
Auf schulischer Seite war das Primo Levi Gymnasium und hier insbesondere die DS-Fachlehrerin Doris Aust ausgesprochen kooperativ.  Wir unterstützten Sie in der Schule im DS-Unterricht (insbesondere Atem & Sprechtraining) und sie half uns bei der Suche nach Schülerinnen & Schülern die sich für ein erweitertes Theaterprojekt interessieren könnten.
Auf der Theaterseite fanden wir mit der Jugendtheateretage im Thälmannpark einen idealen Partner, sowohl weil es eine kommunale Bühne ist, deren ureigenste Aufgabe sich mit unseren Zielen deckte, als auch deren räumliche Lage, die das Kooperieren mit Schulen von Weissensee bis Prenzlauer Berg / Mitte erleichterte.
Mit dem damaligen Leiter der Jugendtheateretage, Ralph Hüttig, begann 2010 eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich mit dem derzeitigen Vorstand von Kunsthaus e.V. fortsetzt.


Martin Krahn probt regelmäßig einmal wöchentlich mit dem Ensemble in der Jugendtheateretage im Thälmannpark und bringt gemeinsam mit den Spielerinnen & Spielern das jeweils erwählte Stück zur Bühnenreife.

Mindestens einmal jährlich fahren wir gemeinsam für einige Tage in ein Probenlager, um die Arbeit miteinander zu intensivieren.

1 x monatlich gebe ich Wochenend-Workshops. Zum einen, um den TeilnehmerInnen Gelegenheit zu geben, in den verschiedenen Bereichen der darstellenden Kunst Erfahrungen zu sammeln, zum anderen, wichtigerem, um den SpielerInnen Raum, Zeit und Material zu verschaffen, um selbstständig mit ihren eigenen Themen zu agieren und ihr eigenes künstlerisches Ich zu entwickeln.
Inhalte der Workshops waren bisher: Atem- & Sprechtraining, Bewegungstheater, Kontaktimprovisation, Rotnasen, Maskentheater, Clownerie, Improvisation.
Neben den Workshops die eher Trainingscharakter haben, finden thematische Workshops in modularer Arbeitsweise statt, die von Zeit zu Zeit zur Vorstellung der Arbeitsergebnisse führen.
Beispielsweise die Klassischen Clownentree`s aus der Sammlung Tristan Remy, anläßlich unserer Teilnahme beim performativen Rundgang "Müssiggang zum Tag der Arbeit" am 01. Mai 2012 oder eine szenische Lesung am 05. September 2012, im Rahmen der 1. Gesamt-Berliner Woche der Sprache und des Lesens (unser Motto: Shakespeare für Angeber).
                                                      
                                                                                                                                     anaximander

Titelbild

Illustration Mirko Ilic

Erschienen 1996 im "Sunday Book Review" der New York Times, begleitet von einem Artikel über die Zeitlosigkeit von Shakespeares Werk.

(C) 1996 Mirko Ilic, New York Times